Dornrostchen

Dornrostchen

Posted on 1. Februar 2012

 

Es war einmal, in einer Zeit, weit vor dem Angriff japanischer Grossserien-PKWs, als ein mächtiger deutscher Autohersteller sich anschickte, ein Automobil für die Ewigkeit zu bauen. Und weil er wusste, dass die biederen leitenden Angestellten am liebsten senfgelbe Autos mit braunen Sitzen fuhren, gab er seinen schönsten Modellen diese wundervolle Farbkombination mit auf den Weg. 

So machten sie sich auf in die Welt, die 240er, 280er und 320er dieser Epoche. Und sie lebten ein glückliches und langes Leben als Taxis, Chefwagen und Rentnerschatz, gehegt und gepflegt von wohlmeinenden Chauffeuren mit samtweichen Handschuhen. Beinahe perfekt war ihr Glück und ihre Seligkeit. Beinahe, denn am Horizont tauchten sie schon auf: die Nachfolgemodelle.

Ihr Silber strahlte hell im Scheinwerferlicht, gleichwohl ihre schwarzen Plastikarmaturen unheilvoll den Innenraum auf Ewig verdunkeln sollten. Vorbei war die Zeit der Chromleisten und Holzeinlagem. Es regierte die nüchterne Technokratie der Moderne. Und nicht lange Zeit darauf waren sie vergessen, die einstigen Lieblinge der Chefetage. Bis auf einige Wenige.

Und wenn die nicht verrostet sind, dann leben sie noch heute…

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