Grand Central

Grand Central

Posted on 27. Januar 2012

 

Licht, alles in dieser Stadt drehte sich um Licht. Es war die unglaubliche Inflation der Glühbirnen und Neonröhren, die diesen postmodernen Moloch zu einem Spektakel in Spektralfarben machte. Das Licht tauchte die betongrauen Wände der Hochhäuser in bonbonfarbene Wellen, es machte die Nacht zum Tage und ließ am Tage die Sonne fast armselig erscheinen.  Die Lampen waren überall. Taxischilder, Hotdogstände, Fassaden und Kellerbars, sie alle leuchteten mich immerzu an. Sie alle waren so zahlreich, dass ich sie schon nach kurzer Zeit nicht mehr wahrnahm. Die ganze Nacht irrte ich umher. Dann fand ich sie endlich, die gewaltigen Leuchter der Grand Central Station.

Ein letztes Mal sammelte ich meine Kräfte. Stück für Stück nähere ich mich diesem wundervollen Leuchten. Noch drei Schläge, noch zwei, ein letzter Flügelschlag. Landung. Wohlige Wärme umhüllt meinen Körper. Das höchste Gefühl am Ende eines erfüllten Lebens.

Was kann es Schöneres geben – in einem Mottenleben?

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