Uptown Underground

Uptown Underground

Posted on 4. Februar 2012

Tief unter dir fließen sie, die Adern des Lebens. Transportieren im Sekundentakt Millionen durch die Metropole. Schlag auf Schlag, Tür auf, Tür zu. Abfahrt, Ankunft. Das ist der Rhythmus in den Tunneln, an den Bahnsteigen, auf den Schienen. Eintreten, zurücktreten, hinsetzen, festhalten, jeder kennt seinen Platz, seine Station, seinen Weg.

Portionierte Freunde, die gleichen Gesichter, täglich, wöchentlich, immerzu. Der Junge mit den Ohrstöpseln, die Frau mit dem Roman, der Mann mit der Aktentasche. Man kennt sich. Nicht. Keine Namen nur Gesichter.

Manchmal verschwindet ein Gesicht. Für einen Tag, für eine Woche, für ein Leben. Man fragt sich. Nicht. Kennt nicht das Schicksal. Nimmt zur Kenntnis, wundert sich vielleicht für einen Augenblick und dann verschwindet der Moment in den Tiefen der Verdrängnis. Und neue portionierte Freunde treten an die Stelle, sitzen auf den Plätzen, gleiten namenlos durch die Adern des Untergrunds. Jeden Tag des Lebens.

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