Herzbrand

Dein Herz brennt seit es mich kennt. Es hat sich schon am ersten Tag entzündet. Mit der Zeit ist dieses Feuer tief in dir gewachsen. Du hast es gespürt, wir waren uns so nah. Und waren uns auch fern. Die Hitze wurde wohlige Wärme. Die Wärme wurde Behaglichkeit, wurde Gemütlichkeit, wurde Gewohnheit. Das Feuer wurde Asche. Packst du deine Tasche? Ich muss dich auf Rosen betten! Kann ich dich noch retten?

Mein Herz brennt seit es dich kennt. Es hat sich nicht am ersten Tag entzündet. Mit der Zeit ist erst ein Feuer tief in mir gewachsen. Ich habe es gespürt, wir waren uns so nah. Und waren uns auch fern. Die Hitze wurde wohlige Wärme. Die Wärme wurde Behaglichkeit, wurde Gemütlichkeit, wurde Gewohnheit. Das Feuer wurde Glut. Spür ich nur noch Wut? Bald reißen alle Ketten. Kannst du mich noch retten?

Nur wir können “WIR” noch retten!

 

 

Waterboy

Ich bin ein Held. Ich habe Menschenleben gerettet. Ich war zur rechten Zeit am rechten Fleck. Ich bin ein Held. Ich bin fast geplatzt vor Stolz. Ich habe dem Druck standgehalten. Ich bin ein Held.

Bin ich ein Held? Kein Mensch hat sich bei mir bedankt. Kein Mensch hat mich geehrt. Bin ich ein Held? Kein Mensch hat mich beachtet. Kein Mensch kümmert sich um mich. Bin ich ein Held?

Ich bin kein Held. Du hast mich angemalt. Du hast mich angefahren. Ich bin kein Held. Du hast mich aufgemacht. Du hast auf mich gemacht. Ich bin kein Held.

Ich bin nur der stille Wasserträger…

Lacki One

Mach mich glücklich, sag mir “Bück Dich!”. Bring mich auf den Boden. Von unten sehe ich dich an. Meine Augen kennen nur diesen Fixpunkt. Kann nicht wegsehen, kann nicht weggehen. Muss dich haben, muss dich fühlen, deinen Glanz in meinen Augen spiegeln. Continue Reading →

Uptown Underground

Tief unter dir fließen sie, die Adern des Lebens. Transportieren im Sekundentakt Millionen durch die Metropole. Schlag auf Schlag, Tür auf, Tür zu. Abfahrt, Ankunft. Das ist der Rhythmus in den Tunneln, an den Bahnsteigen, auf den Schienen. Eintreten, zurücktreten, hinsetzen, festhalten, jeder kennt seinen Platz, seine Station, seinen Weg.

Portionierte Freunde, die gleichen Gesichter, täglich, wöchentlich, immerzu. Der Junge mit den Ohrstöpseln, die Frau mit dem Roman, der Mann mit der Aktentasche. Man kennt sich. Nicht. Keine Namen nur Gesichter.

Manchmal verschwindet ein Gesicht. Für einen Tag, für eine Woche, für ein Leben. Man fragt sich. Nicht. Kennt nicht das Schicksal. Nimmt zur Kenntnis, wundert sich vielleicht für einen Augenblick und dann verschwindet der Moment in den Tiefen der Verdrängnis. Und neue portionierte Freunde treten an die Stelle, sitzen auf den Plätzen, gleiten namenlos durch die Adern des Untergrunds. Jeden Tag des Lebens.

Geburt

Schaffe Leben, mache Menschen. Erweitere die engen Grenzen, deiner armen Existenz. Du wirst es oft versuchen müssen, doch irgendwann wird sie dich küssen. Deiner Lenden Frucht. Dich ansehen. Deinen Namen sagen, krabbeln, laufen lernen. Dich mit deinen Worten imitieren. Ein Spiegel deiner Seele werden.

Halt dich fest an dem Gedanken. Bleibe stark, komm nicht ins Wanken, wenn die vielen schlimmen Dinge, um dich rum die Ängste steigern. Du dich schlecht fühlst jeden Morgen. Alle angenehmen Sachen über dich fast nur noch lachen. Und du weinen musst im Regen. Vor Sehnsucht nach ein wenig Sonne.

Bist alleine mit dem Elend, wirst die Früchte aber ernten. Sie mich an und wisse: Meine Liebe ist unendlich. Meine Freude riesengroß. So ein Ereignis ist nicht weltlich und zugleich so einfach bloß. Ich denk an dich zu jeder Stunde. Bin mal traurig und mal ängstlich, aber habe doch das Ziel vor Augen.

Dafür lebe ich. Für dich und dich und uns und mich.

Dornrostchen

Es war einmal, in einer Zeit, weit vor dem Angriff japanischer Grossserien-PKWs, als ein mächtiger deutscher Autohersteller sich anschickte, ein Automobil für die Ewigkeit zu bauen. Und weil er wusste, dass die biederen leitendenden Angestellten am liebsten senfgelbe Autos mit braunen Sitzen fuhren, gab er seinen schönsten Modellen diese wundervolle Farbkombination mit auf den Weg.

Grand Central

 

Licht, alles in dieser Stadt drehte sich um Licht. Es war die unglaubliche Inflation der Glühbirnen und Neonröhren, die diesen postmodernen Moloch zu einem Spektakel in Spektralfarben machte. Das Licht tauchte die betongrauen Wände der Hochhäuser in bonbonfarbene Wellen, es machte die Nacht zum Tage und ließ am Tage die Sonne fast armselig erscheinen.  Continue Reading →

Winterschlaf

Er war ein Sommerkind. Ich weiss noch, er kam zu uns im Juli. Eines Morgens war er einfach da. Hockte auf dem Boden meines Zimmers mit seinem goldgelben Fell und strahlte mit der aufgehenden Sonne um die Wette. Ich fühlte sofort seine Wärme, drückte ihn und knuddelte seine weichen Haare. Es war fast so etwas wie Liebe auf den ersten Drück.

Schicke Schnalle

Hab dich neulich im Schaufenster gesehen. Was ein Püppchen hörte ich die Leute sagen. Mit dir würde ich mal ein Tänzchen wagen. Oder auch gerne zum Essen ausgehen. Wollte nur, dass die Menschen uns beide zusammen sehen. Bist ne schicke Schnalle. 

Würde dich gerne den Freunden mal zeigen. Die würden mich sicher total beneiden, wenn wir beide so durch die Strassen ziehen. Würden die Blicke bestimmt auf uns fliegen. Die Männer sich die Hälse verbiegen. Und die Frauen, die wären noch neidischer. Bist ne schicke Schnalle.

Ich ging in den Laden und nahm dich gleich mit. Zuerst war es mit uns ein ziemlicher Ritt. Doch bald wusste ich dich zu beherrschen. Das machte mich stolz und die Wirkung war toll. All meine Wege waren mit Beachtung voll. Ach, was bin ich doch für eine schicke Schnalle.

Beach Boy

Wie viele Sandkörner liegen am Strand? Was wiegt der Wind? Wie klingt ein Tropfen Wasser im Meer? Es sind nicht die Antworten, die uns reizen. Es ist die Suche, es sind die Fragen, es ist der Weg und nicht das Ziel, wofür wir leben. Auf ewig wollen wir den Sinn des Lebens finden, doch was wäre dieses Leben, wenn wir wirklich wüssten, was es ausmacht?